Noch einmal ein richtiger Herbsttag, perfekt um Rohmaterial zum Spielen zu beschaffen. Ich pilgere auf den Uetliberg und staune einmal mehr, wie viele Menschen es mittlerweile auf diesem Planeten gibt. Vier Stunden, 10km und 466 Höhenmeter später habe ich Muskelkater und ein paar schöne Files auf der Speicherkarte.
Ich bin einmal mehr am Evaluieren von RAW Entwicklern. Lightroom mag ich (nicht so sehr die Adobe, welche für mich der Inbegriff einer amerikanischen Firma ist), mit Capture One werde ich nicht warm und die OpenSource Welt, der ich emotionell verbunden bin, kämpft noch immer mit dem CR3. So kommt nach langem wieder einmal DxO zum Zug. Dank eigenem Profil kommen die Farben beinahe gut, die interne Limitierung auf AdobeRGB ist jedoch in den Details sichtbar. Unschlagbar sind jedoch Rauschunterdrückung, Geometrie- und Abberationskorrekturen. Gerade bei höheren ISOs ist es faszinierend, Details zu sehen, von denen ich gar nicht wusste, dass die Kamera sie eingefangen hat.
Und so kommt es, dass ich gerade zwei Entwickler in meinem Sammelsurium habe
Für eine gefühlten Ewigkeit ist Camera Faithful das Farbprofil, mit dem ich am liebsten die Bits aus meiner Kamera in Bilder verwandle. Es ist reverse Engineering des Canon Picture Style Faithful durch Adobe. Seit drei Jahren fehlt dieser für aktuelle Kameras, Adobe kämpft mit dem CR3 RAW Format, das nicht mehr wie CR2 einen TIFF Container mit lossless JPEG Codec, sondern ein ISO BMFF Container mit HVEC Codec ist.
Zur letzten Weihnachten bekam ich ein Color Fidelity Profil, das einen brauchbaren Job macht, aber als XMP und nicht als DCP daherkommt - damit ist es nur in Lightroom bzw. Camera Raw verwendbar. Ich schätze die Möglichkeit, Bilder aus den beiden Kameras in meiner Vitrine zu mischen und diese mit etwas anderem als Lightroom zu entwickeln, so muss eine Alternative her. Zeit selbst Profile zu bauen
So geht es erst nach draussen auf den Helvetiaplatz, zwei ordentliche Bilder einer Testchart bei Sonnenlicht zu produzieren - als es dunkel wird, dasselbe noch einmal drinnen unter einer echten Glühbirne. Etwas Computere Magie später habe ich zwei DCP Files vor mir, die ordentliche Bilder mit *tadaa* identischen Farben produzieren. Echte Dual Illuminated DCPs
Tja, und was passiert eine gute Woche später? Adobe bringt mit dem neuen Lightroom 11 das lang vermisste Camera Faithful Profil für aktuelle Canons
Spass machte es trotzdem und lehrreich war es auf jeden Fall. Ich kann es jedem Foto Nerd nur empfehlen, sich mit Testchart (ich stelle fest, dass ich wohl das letzte Exemplar in der Digitec bekommen habe) und einer Glühbirne (die bösen, welche vor allem warm produzieren) zu bewaffnen und einfach mal bunte Quadrätchen zu fotografieren
Auch 2021 ist das Knabenschiessen abgesagt, im Gegensatz zu letztem Jahr ist nicht einmal eine mini Chilbi angekündigt. Entsprechend wandere ich aufs Albisgüetli, um ein paar Impressionen des leeren Platzes einzufangen.
Irrtum, nichts gewesen. Da ist Party Nicht viel grösser als letztes Jahr, dafür aber pumpenvoll. Am Eingang gucken eine Hand voller Securitas, das der eingezäunte Platz nicht übervoll wird (auf 1000 zählen tun sie bestimmt nicht) und - wenige Minuten nachdem ich eingetrudelt bin - die Leute langsam aufbrechen.
Es tut gut neben dem allgemeinen Wahnsinn, der gerade abgeht, etwas „Normalität“ zu erleben. Unsere Stadtmütter und -väter drücken gerade alle Augen zu - noch vor einer Woche gab es eine nette Strassenparty mit über 30'000 Teilnehmern, jetzt die traditionelle Chilbi. Einfach nicht weitererzählen, sonst dürfen wir bald nicht mehr
Nala hat Geburtseltag und Beat bastelt eine Glückwunschkarte - einmal mehr ein Riesenspass! Ich lernte, dass wir mittlerweile alt sind und Dinge wie Yes nur noch Erinnerung sind (wenigstens gibt es noch Kägi fret, eine noch viel ältere Kindheitserinnerung) und kämpfte mächtig mit dem wackeligen Dekostück (nicht ganz SUVA konform, aber keine Brandlöcher ).
Ich wünsche Dir ein wundervolles neues Jahr, möge es rund und gut werden und Dich von Aerger verschonen. Mögen Deine Wünsche wahr werden und Du ein Stück weit über Wasser reisen dürfen und Du weiterhin einen Platz im Leben haben, an dem Du Dich wohl fühlst.
Seit Steve uns das iPhone gegeben hat, ist die Fotografie allgegenwärtig geworden. Das Handwerk, welches früher eine Herausforderung war, ist nicht mehr nötig, um ein ordentliches Bild hinzubekommen. Entsprechend versuchen sich diejenigen, die „ernsthafte“ Fotografie betreiben 1), an Dingen, die mit einem Handy nicht machbar sind. Viel zu oft entsteht dabei eine Modestömung und wir sehen denselben Effekt tausend mal, bis er einfach nur noch abgelutscht ist.
Grundsätzlich gehe ich solchen Ideen aus dem Weg, erwische mich aber bisweilen dabei, sie wenigstens einmal zu probieren, um danach ein Häkchen dahinter zu setzen. So kam es, dass ich Lomografie, Startrails und Glaskugelfotografie gemacht habe und mich nun mit „weichem Wasser“ auseinandersetzen wollte.
Die Voraussetzungen sind prima. Sonne nach heftigen Gewittern, ein Wasserfall in erreichbarer Distanz, passendes Licht am frühen Nachmittag. Der Hang ist schliferig, ein einziger Fotoplatz frei, ich kann loslegen. Das Rezept ist simpel: Kamera auf Stativ, eine absurd dunkle Sonnenbrille aufs Objektiv und lange belichten. Nicht bedacht hatte ich, dass das Wasser eher eine braune Brühe ist - das mit dem Schwarz/Weiss lasse ich dennoch bleiben, schliesslich soll das Foto auch eine Erinnerung an den Regensommer 2021 werden.
Mir war klar, dass ich dieses Bild genau einmal machen werde und so erwarbe ich kein Filter 2), sondern pappe alles an Graufiltern, was meine Vitrine hergibt, vor mein Glas. Fürs Web reicht die Qualität, aufhängen möchte ich das eh nicht - bald werden wir sagen, dass das soooo 2020 ist. Aber, ich hab's gemacht und kann ein ✔️ dahintersetzen
Es wird ein grosses Mysterium aus dem Haushalt meiner Mutter bleiben. Ihre Wäsche lag üblicherweise auf einem grossen Haufen - einzig ein paar Kleidchen aus der Zeit vor meiner Geburt lagen sauber verstaut im Schrank. Die Negligées sind wohl Grösse 34, die weiter geschnittenen Kleidchen Grösse 38 und mit Platz für einen Schwangerschaftsbauch - sie passte nie mehr hinein. Warum fanden gerade diese Kleichen die Gunst eines ordentlichen Lagerplatzes?
Es ist echtes End-60er Vintage, knallig pastell-bunt und reichhaltig dekoriert. Sie zu tragen muss grässlich sein, ist es purer Plastik und entsprechend kratzig. Bei der Ausmistaktion hielt ich sie fest, in Gedanken war ich bei der Fotowoche Still Life Experimentelle Lichtführung. Unser Lehrer stand aber eher auf Metall als Textilien und ich hole meine Idee im Heimstudio nach.
Es ist eine spannende Erfahrung. Einmal mehr findet ein Deckenbezug Verwendung als Hintergrund, Schraubzwingen und Dachlatten geben den Aufhänger für den Kleiderbügel. Etwas Postprocessing ist nötig, die Jalousie vor meinem Fenster ist nicht sonderlich lichtdicht. Ich hantiere mit einem Blitz von rechts, links ein Karton als Aufheller. Für die Weissen braucht es hartes Licht, sonst „ersäuft“ die Struktur, für die bunten nehme ich irgendwann den Duschvorhang als Diffusor, um die Schatten weich zu machen. Ich werde mir zukünftig bei Portraits mehr Gedanken machen, wie ich das Textile unter dem Gesicht beleuchten muss.