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Darknet

Seit meinem Vorsatz Anfangs Jahr ist viel passiert, so ganz nebenbei ist die Welt aus den Fugen geraten. Nach ein paar Tagen Ferien im Januar/Februar wurde ich Anfangs März ins Home Office verdonnert und versuche da, mehr schlecht als recht zu überleben. Meine Kunden hatten anfänglich grosse Herausforderungen mit dem Lockdown, mittlerweile bin ich bis unters Dach beschäftigt. Wie war das mit der Entschleunigung dieser Tage? Pustekuchen, davon merke ich gar nichts.

Entsprechend fehlt mir auch die Musse, mit der Kamera herauszugehen und noch viel mehr, die bei den spärlichen Spaziergängen entstandenen Bilder für meine Galerie aufzubereiten. Ich sitze schon so den ganzen Tag auf meinem Bänkchen vor dem Computer und werde „danach“ wohl einen krummen Rücken haben. Und ich weiss, dass meine zynischen Kommentare zu einigen meiner Bilder Lesern hier unangenehm aufstossen könnten - da halte ich mich besser zurück.

Viele meiner neuen Projekte bedingten Einarbeitung, so beschäftigte ich mich unlängst mit den aktuellen Best Practises von x509 Zertifikaten. Dabei stolperte über einen Hinweis, dass einige Firmen es geschafft hätten, solche für *.onion Namen zu bekommen. Da war doch etwas. Vielleicht während meinem Besuch der FOSDEM Anfangs Jahr? Richtig. Tor. Ich hatte das ja mal probiert, als es noch ein Java Dings und fürchterlich langsam war. Mittlerweile gibt es ein schickes Paket aus Firefox, integriertem Proxy und einer Hand voll Extensions, die einem das Verstecktsein im Netz erleichtern sollen. Ich spielte ein wenig damit herum, fragte mich nach Einsatzszenarien und legte es wieder beiseite.

Wäre es nicht nett, mit meiner Galerie etwas Farbe ins Darknet zu bringen? - mit dem Gedanken erwachte ich am Samstagmorgen. Mir war sofort klar, dass dort ein dunkles Design hin muss und Javascript oder Cookies pfui sind. Mein DokuWiki Renderer aus den Spielereien für altmodische Geräte erlebte eine neue Inkarnation, ich machte mehr schlecht als recht Webdesign, der Apache und Onion Service waren auch rasch aufgesetzt und so bin ich - es ist Sonntagabend - stolzer Besitzer einer solchen Website:

http://qot5cujboehmlu3xn64pkfg6ogrtduhjbywynn37lqtnevpxqouryiid.onion/

Keine Ahnung, wie man sich so einen Namen merken soll. Aber Ihr könnt ihn auch einfach klicken - sofern Ihr Euch in diese dunklen Gefilde verirren mögt :-)

Vorsatz

Und *schwupp* sind wir in den 20er Jahren! Das obligatorische Anpassen der EXIF Infos meiner Kamera steht an, ein paar Gedanken zum neuen Jahr (Jahrzehnt) können nicht schaden. Mir fällt beim Fummeln an der Kamera auf, dass wir seit 2012 das erste Jahr ohne komplett unterschiedliche Zahlen haben - das dauert jetzt bis 2031, bis wir das wieder bekommen :-)

Ich habe mitten im Einkaufsstress ein paar Rämchen erworben, die Aktion schöner Wohnen will weitergeführt werden. Ein schickes Motiv für meinen Neujahrsvorsatz: Etwas mehr Bilder machen, als dass die letzten vier Jahre der Fall war. Irgendwie haben die beiden Jobwechsel ihren Tribut gefordert - waren doch beides Stellen, in denen ich nach der Probezeit noch lange keinen Plan hatte, was eigentlich mein Job ist. Und beide bringen mich nicht so sehr auf die Reise, wie das meine knapp 10 Jahre HPC getan haben.

Meine Bewerbung ist auf jeden Fall schon einmal unterwegs, bald kommt ein Vorstellungstermin, in dem ich zeigen muss, ob ich geeignet bin *bibber* Die nötigen Ferien sind auch schon eingefädelt - wenn alles nichts wird, muss ich wohl oder übel selbst etwas unternehmen ;-)

Heiligabend

Der grosse Rummel ist vorbei, die Stadt wird ruhig und ich mache meinen traditionellen Abendspaziergang mit Christbaumkugelselfie. Mittlerweile ist es gar nicht mehr so einfach, die Läden, Restaurants, ja die Stadt selbst packt Weihnachten am 24. um 16:00 ein, um allfälligen Vandalen keine Chance zu bieten. Trotz allem finde ich auf meinem Weg noch eine Kugel - patschnass wie ich selbst. Das Jahr geht bald zuende, Zeit für einen Rückblick.

Fotografisch war es für die Tonne, viel zu sehr war ich in meinem Job eingespannt, als dass ich ordentlich Zeit und Musse für ordentliche Fotospaziergänge gefunden hätte. Immerhin fand dann und wann eine Strecke in meine Galerie und ich habe in meinen schlappen Abenden viel gelesen und gelernt.

Jobmässig habe ich die Erkenntnis gewonnen, was mir wichtig ist - Menschen ein Werkzeug zu geben, mit dem sie ihren Job (besser) erledigen können. Das kam in diesem Jahr zu kurz, das Ding, mit dem ich mich primär auseinandersetzen musste, kann ich nicht als Werkzeug sehen.

Auf der anderen Wagschale liegt ein soziales Netz, das sich über die letzten Jahre seit meinem schleichenden Umzug nach Zürich langsam formt. Ich habe das erste Mal das Gefühl, zu Menschen Kontakte zu pflegen, weil ich sie toll finde - nicht weil ich verwandt mit ihnen bin, mit ihnen in die Schule gehe, arbeite oder sonstwie eine Abhängigkeit besitze. Es fühlt sich gut an.

Fotoschule

Noch ein gutes Jahr und ich werde 50. Abgesehen davon, dass das so richtig alt ist (mit grauen Haaren und Gleitsichtbrille) habe ich auch das Gefühl, noch einmal etwas verrücktes, etwas komplett anderes tun zu wollen. Sabattical? Schwierig, das kriegt man üblicherweise nach langer Zeit bei einer Firma, meine beiden Jobwechsel in den letzten drei Jahren verhindern solches. Grosse Ferien? Auch schwierig, im Gegensatz zu früher muss ich meine Ferien jeweils per Ende Jahr abgebaut haben oder aber sie landen auf dem Lohnzettel. Zudem habe ich das dumpfe Gefühl, meine beste Reise schon gemacht zu haben. Etwas lernen? Die Idee hatte ich schon Ende 2012, habe sie aber zugunsten einer befristeten Wohnung zurückgestellt.

Mit solchen Gedanken im Kopf laufe ich eines Abends im Juli im Stadelhofen an obigen Steller vorbei. Ein längerer Surfabend, die Erkenntnis, dass das Programm passen würde, die Verteilung über ein Jahr nicht ganz dem entspricht, was ich mir vorstellen würde. Ich vertage weitere Entscheidungen auf den Abend, an dem ich die Leute persönlich kennenlernen kann.

Und dieser ist jetzt, Ende November. Zwei Stunden tummle ich mich in dem Studio, höre einen längeren Vortrag, spreche mit den Lehrern und potentiellen Mitschülern - ja, das könnte passen. Jetzt heisst es Abklären, ob die Kosten und die Zeit drinn liegen. Ich bin gespannt!

Brille

Gleitsichtbrille. Wie graue Haare für viele Frauen der wahre Horror sind (und sie es, bis sie alt und schrumpelig sind, mit Farbe zu vertuschen versuchen), ist der Verlust der Fähigkeit, in der Nähe scharf zu sehen, für mich ein Zeichen des Altwerdens. Gruselig! Aber da muss ich jetzt durch, das Leben ist kein Ponyhof.

Ich beschäftige mich den Sommer über mit der Natur und dem Umgang mit solchen Gläsern. Gehe Dingen nach wie sphärische und chromatische Aberration und unserer Fähigkeit - im Gegensatz zu Film und CMOS Sensor - solche Fehler zu korrigieren. Verfolge aber auch praktische Fragen, ob man damit beispielsweise fotografieren kann und wie weit sich damit das Sichtfeld - und damit meine Fähigkeit, Dinge in meiner Umgebung zu entdecken - eingeschränkt wird. Oder - noch praktischer - welcher Optiker in Zürich die breiteste Auswahl an Glas hat. Lange Jahre war ich Zeiss Träger (was für meine Kamera gut ist, kann ja auch für meine Augen OK sein), die letzten Gläser waren von Rodenstock (extrem dünn, asphärisch geschliffen - ich brauchte drei Monate, bis die Welt wieder gerade und eckig war).

Mit diesem Hintergrundwissen nutzte ich einen Freitag im September und liess mich ausmessen. Die Beschreibung, wofür man seine Augen typischerweise benutzt, hilft den Optikern, aus dem Wust an Optionen die passenden zu suchen. Selbst meine Kamera begleitete mich mit dem Hintergedanken, am Schluss auch etwas durch den Sucher zu sehen.

Die aktuellen Metallgestelle sind allesamt sehr filigran und kaum geeignet, meine -10 Dioptrien Korrektur langfristig am Platz zu halten, Plastik kommt für mich nicht in Frage und so endete ich bei Horn. Das finale Gestell musste aus vier separaten zusammengefrankensteint werden: Vom einen die Form (ziemlich rund, aber nicht perfekt kreisförming), vom anderen die Nasenbreite (mein Zinken ist mit 18mm sehr schmal), vom dritten die Bügellänge und vom vierten die Farbe. Mitte Oktober war das Gestell bereit und Zeit, die Gläser auszumessen - auch diese werden per CNC Fräsen passend zugeschliffen. Noch einmal zwei Wochen später ist alles bereit und ich sehe meine Umwelt wieder scharf.

Die Brille ist von einem grossen Paket begleitet, darin das Foto, auf dessen Basis die Gläser eingepasst wurden. Irgendwie gruselig, irgendwie faszinierend - aber auf jeden Fall eine gute Erinnerung an diese Phase in meinem Leben.

Rosarot

Die Arbeit hat mich wieder. Ich purzle reichlich spät aus dem Zug von Bern und vermisse gleich die ordentliche Kamera im Rucksack. Der Blick aus dem Bahnhof, in die untergehende Sonne, ist einfach nur geil.

Wie gut gibt es Handies :-)


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