Als ich noch jung war, galt es als „Können“, in der Schwarz/Weiss Fotografie mit Filtern zu arbeiten. Ein paar solcher fand irgendwann auch in meine Vitrine, ein roter (macht dramatischen Himmel), orangen (peppt urbane Ansichten), grünen (macht hübsche Mädchen) und blauen (passt irgendwie nie, aber ich habe ihn) Cokin Series P. Bei der Aufnahme musste man abschätzen, welche Wirkung dieser Filter viiiiel später im fertigen Print zeigen wird.
Heute ist es einfacher, zumindest mit "normalen" Kameras
Sie liefern auch in der Schwarz/Weiss Einstellung ein RAW mit den Sensordaten, die Umsetzung ins Schwarz/Weiss passiert anschliessend zum Demosaicing über Tabellen und kann nachträglich angepasst werden.
Monat 5: RAW mit Adobe Monochrome & „Farbfilter“
Ganz so einfach ist es nicht. Wenn ich in Lightroom ein Kamera Profil verwende, verweigert er mir weitere Anpassungen - dieser Dialog ist nur dann vorhanden, wenn als Grundprofil eines der Adobe Profile verwendet wurde. PhotoLab wäre da grosszügiger, kostet aber wesentlich mehr Zeit pro Bild, was mich ins nächste Kaninchenloch schickt.
Ein Bild meiner Kalibrationskarte muss hinhalten und ich verschiebe so lange die Regler, bis ich einen Preset erstellen kann, der (nahezu) dieselbe Umsetzung von Farbe nach Schwarz/Weiss erstellt wie die Kamera bzw. das Camera Monochrome Profil. Weitere Feinkorrekturen sind nötig, bis die Bilder vom Oktober, zu denen ich die JPEGs aus der Kamera habe, dann auch (fast) perfekt stimmen.
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B&W.xmp