Neugier, Rücksicht und Toleranz sind die drei Dinge, die mir über die letzten Jahre besonders wichtig geworden sind.
Die Neugier ist sicher die treibende Kraft hinter dem Fotografieren. Nur wer in die Welt hinausblickt, hat eine Chance, die Kleinigkeiten zu sehen und abzubilden. Wann immer möglich sehe ich in die Welt und finde die erstaunlichsten Dinge.
Die Rücksicht ist manchmal das, was verhindert, dass ich Bilder mache. Meine Kamera im Rucksack lasse, weil sie stören würde. Wenn ich für ein Foto etwas kaputt machen müsste, dann lasse ich es bleiben.
Die Toleranz hat auf den ersten Blick weniger mit dem Fotografieren zu tun. Nicht alles, was mir wichtig ist, ist auch anderen Menschen wichtig - und umgekehrt. Dabei tolerant zu bleiben, andere Meinungen und Ansichten zu akzeptieren, ist ein grossartiges Geschenk, das ich dem Gegenüber entgegenbringen kann. Für mich heisst es auch, dass ich tolerant dem Menschen gegenüber bin, der vor der Linse steht. Ihn so annehme, wie er ist und ihn nicht in etwas verwandle, was meinen Gedanken, aber nicht ihm selbst entspricht.
Meine Bilder sind mehrheitlich „unbearbeitet“. Ich korrigiere gerne einmal die Belichtung, sollte der Belichtungsmesser wieder einmal danebengehauen haben. Auch Weissabgleich ist punktuell ein Thema. Den Ausschnitt wähle ich in praktisch allen Fällen bei der Aufnahme selbst, ich merke da die Erfahrung von unzähligen Diafilmen in meiner Jugend. Ein paar wenige Ausnahmen gönne ich mir: Ein Freistellen für ein Bild auf meinem Computer Desktop, das Zusammenkleben eines Panoramas oder die Aufarbeitung extremer Kontraste zu einem HDR Bild. Und dann und wann auch das Pimpen eines Portraits - allerdings jeweils mit sehr ambivalenten Gefühlen.