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Zoo

Ferien! Das gab es seit 2012 nicht mehr. Entsprechend plane ich sorgfältig ein sanftes Runterkommen mit der DevConf und einem Besuch im Brno Office, bevor meine Reise weiter nach Wien geht. Auf dem Weg allerdings Reizhusten und Schüttelfrost, entweder habe ich an der Konferenz einen internationalen Grippevirus erwischt, der im Impfpaket nicht enthalten war, oder aber die erwartete drei-Tage-Migräne hat sich etwas besseres ausgedacht.

Eine Woche lang seuche ich durch Wien, mal schlimmer, mal besser zurecht. An diesem zweiten Februar bin ich genug gesund, um einen Fototag im Haus des Meeres zu machen und fange unter anderem diese nette Badezimmerspinne (eine japanische Meeresspinne, genaugenommen eine Krabbe) ein:

Das Teil ist vielleicht einen knappen Meter gross, die meisten Besucher um mich herum bemerken sie erst auf meinen Hinweis. Dann ging das Gruseln aber heftig durch die Menge :-)

Tags darauf wieder gefühlte 39°, soviel zu meinem diesjährigen Geburtstag. Drei Tage später breche ich ab, lasse den Nachtzug nach München sausen und kehre nach Zürich zurück. Ich glaube ich warte erneut 5 Jahre, bis ich mich wieder auf das Experiment Ferien einlasse…

BRQ

Mein Arbeitgeber hat Büros in den meisten Ecken der Welt, meist nach dem Kürzel des nächsten Flughafens benannt. Ich werde dieses Jahr das eine oder andere sehen und habe mir vorgenommen, jeweils ein Bild zur Erinnerung einzupacken.

In Brno verbringe ich einen Tag im Service Delivery, bereinige meine Pendenzen, lerne Gesichter hinter IRC Nicks kennen und höre das erste und letzte Schweizerdeutsch für lange Zeit.

DevConf

Ein verlängertes Wochenende in Brno, das alljährliche Treffen der Codemonkeys und Sysadmins aus dem Upstream Universum meines Arbeitgebers ruft.

In einem Nebenraum der technischen Uni hat sich ein Professor ein Computermuseum eingerichtet. Die Sinclair Computer fanden auf irgendwelchen dunklen Wegen in die damalige Techoslowakei, wurden - von uns Westlern unbekannt - schnell adaptiert und in vielerlei kreativen Nachbauten bis zur Wende hin fabriziert. Dieses mal habe ich die Kamera dabei und mache ein ordentliches Bild eines ZX81.

Irgendwie schon spannend, meinen ersten Computer im Museum zu sehen. Erinnert mich daran, dass auch ich irgendwie furchtbar alt sein muss :-)

KISS

Nicht der Song von Prince, sondern Keep it simple, stupid! Sporadisch möchte ich gerne mit dem Zaunpfahl winken und dazu eignet sich nichts besseres als ein eindrückliches Bild in meinen Präsentationen. Ich mache solche Bilder gerne selbst, dann habe ich garantiert keine Probleme mit dem Copyright - freundlicherweise hat sich Maja als Model zur Verfügung gestellt.

Das Bild erinnert mich noch an einen anderen Gedankengang: Seit Monaten tobt ein Kampf gegen Kopftücher und Verschleierungen, selbst in der braven Schweiz kennen wir mittlerweile ein regionales Burkaverbot. 1)

Wann immer ich draussen unterwegs bin, gucke ich mir die Menschen um mich herum an. Sehe ihnen ins Gesicht, überlege mir, was dahintersteckt. Mir begegnet kaum eine Frau ohne Schminke im Gesicht, manchmal ist es eine dicke Maske, manchmal einfach nur ein dunkler Strich über den Wimpern - nur in den seltensten Fällen gänzlich ohne.

In vielen Gesprächen hörte ich den Satz „ich kenne es nicht anders“, „ohne fühle ich mich nackt“, „dahinter kann ich mich verstecken“. Unsere Gesellschaft übt einen enormen Druck aus, dass die Frauen sich „schön machen“, „herrichten“ oder „aufhübschen“ müssen. Dieser Druck kommt wohl aus der Werbeecke 2), praktisch nie von den Partnern 3), sondern erschreckend oft von den Frauen untereinander. Von der Mutter zur Tochter, unter Freundinnen, Arbeitskolleginnen. Wer ungeschminkt erscheint, wir belächelt, bedauert und schlimmstenfalls durch die Gerüchteküche gezogen.

Ja, ich kenne Ausnahmen. Frauen, die sich davor gruseln, Farbe im Gesicht zu tragen. Frauen, die sich bewusst nicht schminken und das als politisches Statement stehen. Und dann sehe ich regelmässig diejenigen, die ganz unten angelangt sind und bei Pfarrer Sieber's Sunestube gegenüber einkehren. Es sind die Ausnahmen. Die grosse Masse dürfte sich kaum Gedanken um das „warum“ machen, sondern am frühen Morgen selbstverständlich zu Grundierung, Puder, Wimperntusche, Lidschatten, Kajal und Lippenstift greifen.

Sind wir da wirklich anders als die Kulturen, in denen Frauen Kopftücher umbinden?

1) Ja, ich habe tatsächlich schon eine Burka in natura gesehen, an einem kalten Abend in Genève, direkt vor dem Eingang der UNO. Damit habe ich wohl so manchem Verbots-Befürworter etwas voraus.
2) Die Werbeleute, die ich persönlich kennenlernen durfte, waren allesamt schwul.
3) Gerade gestern sagt mir einer, er sehe üblicherweise keinen Unterschied zwischen „vorher“ und „nachher“ :-)

Neujahr

Ein neues Jahr, ein neuer Versuch. Ich pilgere an den Panoramaweg, gucke kurz vor Mitternacht auf den See und die Lichter der Stadt, nutze die „kleinen“ Feuerwerke um mich einzurichten. Doch wie schon ein Jahr zuvor kommt in den 20 Minuten bis zum grossen Feuerwerk eine fette Nebelwand.

Irgendwann realisiere ich, was da abgeht: All das private Feuerwerk erzeugt derart viel Feinstaub Kondensationskerne, dass die mit Wasser gesättigte Luft kleine Tröpfchen auskondensiert. Also keine Feuerwerksbilder, dafür etwas Physik und Meteorologie ;-)

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Mal sehen, ob das mit dem Feuerwerk hinter Nebel ein Omen ist. 2016 war so ein Jahr und das, was hinter dem Nebel hervorkam, war ziemlich heftig. Aber vielleicht bietet Nummerologie eine bessere Aussicht? 2017 ist wie 2011 eine Primzahl, irgendwie auch nicht besser. Also auf die Stimme hören, die aus dem Chaos spricht: Lächle und sei froh, denn es könnte schlimmer kommen. 8-)

Heiligabend

Mein traditionelles Christbaumkugelselfie aus dem Spaziergang zum Heiligen Abend.

Nala würde sagen es sei zum Christbaumkugeln furzen. Ich streife mehr als eine Stunde erfolglos durch die Stadt, auf der Suche nach einer Kugel. Alles weggepackt, verrammelt, bestenfalls in einem Schaufenster versteckt. Die diesjährige Weihnachtszeit war nicht nur die Dünnste in meiner Erinnerung, sie ist auch schlagartig verschwunden. Die Stadt erinnert mich an den Vorabend zum ersten Mai, gerüstet für einen Barbarenfeldzug.

Ein paar asiatische Touris vergnügen sich mit Selfies vor und unter der Lucie, vereinzelt sind Einheimische mit Kamera unterwegs, um die Resten der Stimmung einzufangen. Ich kehre früh in meine Stadtwohnung zurück - für mich ist normales Wochenende zwischen verrückten Tagen - und verziehe mich bezeiten ins Bett.


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