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KISS

Nicht der Song von Prince, sondern Keep it simple, stupid! Sporadisch möchte ich gerne mit dem Zaunpfahl winken und dazu eignet sich nichts besseres als ein eindrückliches Bild in meinen Präsentationen. Ich mache solche Bilder gerne selbst, dann habe ich garantiert keine Probleme mit dem Copyright - freundlicherweise hat sich Maja als Model zur Verfügung gestellt.

Das Bild erinnert mich noch an einen anderen Gedankengang: Seit Monaten tobt ein Kampf gegen Kopftücher und Verschleierungen, selbst in der braven Schweiz kennen wir mittlerweile ein regionales Burkaverbot. 1)

Wann immer ich draussen unterwegs bin, gucke ich mir die Menschen um mich herum an. Sehe ihnen ins Gesicht, überlege mir, was dahintersteckt. Mir begegnet kaum eine Frau ohne Schminke im Gesicht, manchmal ist es eine dicke Maske, manchmal einfach nur ein dunkler Strich über den Wimpern - nur in den seltensten Fällen gänzlich ohne.

In vielen Gesprächen hörte ich den Satz „ich kenne es nicht anders“, „ohne fühle ich mich nackt“, „dahinter kann ich mich verstecken“. Unsere Gesellschaft übt einen enormen Druck aus, dass die Frauen sich „schön machen“, „herrichten“ oder „aufhübschen“ müssen. Dieser Druck kommt wohl aus der Werbeecke 2), praktisch nie von den Partnern 3), sondern erschreckend oft von den Frauen untereinander. Von der Mutter zur Tochter, unter Freundinnen, Arbeitskolleginnen. Wer ungeschminkt erscheint, wir belächelt, bedauert und schlimmstenfalls durch die Gerüchteküche gezogen.

Ja, ich kenne Ausnahmen. Frauen, die sich davor gruseln, Farbe im Gesicht zu tragen. Frauen, die sich bewusst nicht schminken und das als politisches Statement stehen. Und dann sehe ich regelmässig diejenigen, die ganz unten angelangt sind und bei Pfarrer Sieber's Sunestube gegenüber einkehren. Es sind die Ausnahmen. Die grosse Masse dürfte sich kaum Gedanken um das „warum“ machen, sondern am frühen Morgen selbstverständlich zu Grundierung, Puder, Wimperntusche, Lidschatten, Kajal und Lippenstift greifen.

Sind wir da wirklich anders als die Kulturen, in denen Frauen Kopftücher umbinden?

1) Ja, ich habe tatsächlich schon eine Burka in natura gesehen, an einem kalten Abend in Genève, direkt vor dem Eingang der UNO. Damit habe ich wohl so manchem Verbots-Befürworter etwas voraus.
2) Die Werbeleute, die ich persönlich kennenlernen durfte, waren allesamt schwul.
3) Gerade gestern sagt mir einer, er sehe üblicherweise keinen Unterschied zwischen „vorher“ und „nachher“ :-)

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