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Zimmer 207

Weitere drei ziemlich chaotische Tage in Heidelberg 1), ich arbeite mehr als die Hälfte der Stunden und mag mich nicht dazu überwinden, Abends noch einen Spaziergang zu machen. Wenigstens einen Blick aus dem Badezimmerfenster meines Hotelzimmers 2) auf den Hauptbahnhof Heidelberg 3).

Das Hotel ist nicht das meinige. Anonymes Businesshotel, klimatisiert, im Nachbarzimmer laufen den ganzen Abend Pornos am Fernseher. Immerhin lässt sich die Klima abschalten und die Fenster schrägstellen - lieber warm und die Ansagen der Frau DB nebenan zum Einschlafen als zugige Kälte. Klimaanlagen sind für Computer gemacht, nicht für Beats. Dafür ist der Bahnhof gleich nebenan, mein Arbeitsplatz ist zu Fuss zu erreichen und Abends nach zehn gibt es gleich nebenan noch Futter.

Auch die Stadt ist nicht die meinige. Es ist noch immer gut 30°, feuchtheiss, mein Körper rebelliert und muss vom Geist durch den Tag geprügelt werden. Diesem machen die enormen sozialen Unterschiede zu schaffen, gerade die Bahnhofsgegend ist der Sammelpott der Looser aus dem Deutschen Fortschritt. Als Unistadt ist Heidelberg von endlos vielen Studis und Studinen bevölkert, ich werfe oft einen Blick auf ein schickes Röckchen oder eine kurze Hose - um danach vor ihren Velos zur Seite zu springen. Die Fahrradstreifen sind viel zu schmal für die unzähligen Gefährte, diese fahren kreuz und quer und üben nicht die geringste Rücksicht. Wenn ich in Heidelberg sterbe, dann unter einem Velo.

1) Nicht die ersten, nicht die letzten
2) Lange her, seit ein solcher das einzige Souvenir einer Reise war
3) 50er Betonbau, so hässlich, dass er schon wieder schützenswert ist :-)

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